Gilles de la Tourette-Syndrom:
Klinisches Spektrum und Management
Raul Calderón González, Raúl Fernando
Calderón Sepúlveda
Rev Neurol Vol.36 Num.07 Pág.0679
Date of publication:01/04/2003
Das Ziel der vorliegenden Studie ist es,
die aktuellen Konzepte der klinischen Phänomenologie
sowie der Geschichte des Tourette-Syndroms, der Differenzialdiagnose
mit anderen unfreiwilligen Bewegungen, der Pathogenese und
des Vorgehens aufzuzeigen.
Beim Tourette Syndrom handelt es sich um eine Krankheit,
mit motorischen und vokalen Tics und einer breiten Palette
an Verhaltensauffälligkeiten. Die Diagnose erfolgt
allein klinisch, d.h. es gibt keine speziellen Marker für
das Tourette Syndrom. Tourette Syndrom kommt bei 1-3 % der
Schulkinder vor. Eine spezielle Ursache ist unbekannt doch
scheint in den meisten Fällen eine erbliche polygenetische
Basis zu bestehen.
Beobachtungen, dass Arzneimittel, die die Dopamin-Neuro-transmission
steigern, wie Levodopa und der Dopamin-Rezeptor-Agonist
Pergolid Tics mindern, haben die Hypothese einer Dopaminrezeptor-Überempfindlichkeit
ins Spiel gebracht. Diese Hypothese, die eine Beteiligung
der Basalganglien und der frontostriatalen Wege für
die Pathophysiologie des Tourette Syndroms vorschlägt,
ist bislang die wahrscheinlichste.
Häufig werden Tics durch komorbide
Erkrankungen wie Zwangsverhalten ADHD, andere Verhaltensauffälligkeiten
und Lernstörungen überschattet, so dass sich die
Therapie danach richtet. Das Wissens bezüglich der
grundlegenden Mechanismen und der Definition des klinischen
Spektrums von Tics und neurologischen Verhaltens-Manifestationen
sollte zu einem rationalen Ansatz in Bezug auf Therapie
und Prognose bei Tourette Syndrom-Patienten führen.