Vergleich der Tic-Charakteristika zwischen
Kindern und Erwachsenen
Movement Disorders Section, Department
of Neurological Sciences, Rush University Medical Center,
Chicago
Mov Disord. Oktober 2008
Es gibt nur wenige Daten zu klinischen
Charakteristika von Tics bei Erwachsenen. Die Autoren erstellten
mittels Videoaufzeichnung und Diagrammen einen Überblick
über Patienten mit Tics aus einem medizinischen Zentrum
um Tic-Charakteristika zwischen Kindern und Erwachsenen
zu vergleichen.
Die Tic-Schwere wurde bei 40 Kindern und
31 Erwachsenen mit einer modifizierten Rush-Videotape-Bewertung
und der YGTS-Skala (Yale global tic severity scale) gemessen.
Der Grad der Ausgangs-Tic-Schwere war bei Kindern und Erwachsenen
gleich. Bei Nachsorge-Untersuchungen waren die YGTS-Scores
im Vergleich zum Ausgangswert sowohl bei Erwachsenen (P
< 0.0009) als auch bei Kindern (P < 0.003) signifikant
reduziert, auch wenn Kinder im Vergleich zu Erwachsenen
weniger mit Medikamenten behandelt wurden.
Zusammenfassend lässt sich daher sagen,
dass die Tic-Phenomenologie und Schwere bei Kindern und
Erwachsenen vergleichbar sind, dass jedoch eine pharmakologische
Tic-Therapie unterschiedlich häufig ist, wahrscheinlich
da man Kinder nicht so gerne mit Medikamenten behandelt