Rolle perinataler Widrigkeiten
auf die Schwere und die Symptomatik von Tics sowie ADHD-Symptomen
bei Kindern mit Tic-Störung
Department of Psychiatry, University Medical
Center Groningen, University of Groningen, The Netherlands
J Dev Behav Pediatr. 2010
Das Ziel der Studie war die Untersuchung
der Rolle von perinatalen Widrigkeiten in Bezug auf die
Tic-Schwere und die ADHD-Symptome bei Kindern mit einer
Tic-Erkrankung.
Bei 75 Kindern und Jugendlichen mit einer
Tic-Erkrankung analysierten die Autoren retrospektiv Komplikationen
von Schwangerschaft, Geburt oder postnatale Komplikationen
sowie die pränatale Exposition mit Zigaretten oder
Alkohol. Kinder mit und ohne diese perinatalen Widrigkeiten
wurden hinsichtlich der Tic- und ADHD-Symptomatik verglichen.
Mittels linearer Regression untersuchten
die Autoren außerdem, ob Tics oder andere mentale
Erkrankungen von Verwandten ersten Grades eine Rolle spielen.
Es zeigte sich, dass zwischen Komplikationen bei der Geburt
und maternalem Rauchen während der Schwangerschaft
und der Schwere der komorbiden ADHD-Symptomatik eine Beziehung
besteht. Diese Beziehung zwischen dem Rauchen der Mutter
und der Schwere der ADHD-Symptomatik ist ausgeprägter
bei Kindern mit einer familiären Anamnese von mentalen
Erkrankungen.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass die Studie Hinweise auf eine Rolle perinataler Widrigkeiten
bei der Ätiologie von Tic-Erkrankungen liefert. Kinder
mit derartigen Widrigkeiten sind gefährdet, schwerere
Tics oder komorbide ADHD-Symptome bei einer gleichzeitigen
familiären Anamnese für mentale Erkrankungen zu
entwickeln, was für eine Wechselwirkung zwischen Genen
und Umweltbedingungen spricht.