Vorgehen bei Tics und Tourette-Syndrom: Ein
Update
Department of Psychiatry, Creighton University Medical Center, Omaha,
NE 68131, USA
Expert Opin Pharmacother. 2010 Aug
Tic-Störungen sind eine relativ häufige neuropsychiatrische
Erkrankung. Während ein Teil der Kinder gar nicht zur Behandlung
der Tics bei Ärzten vorstellig wird, kommt ein anderer Teil mit
schweren Symptomen, die die sozialen und beruflichen Funktionen stark
einschränken.
Eine Kombination aus psychosozialen Interventionen und pharmakologischen
Ansätzen ist in diesen Fällen erforderlich. Während
alpha-2-Agonisten und Dopamin-Antagonisten die wichtigsten Säulen
der Arzneimittel zur Behandlung von Tics darstellen haben Fortschritte
der Neurobiologie und Pharmakologie neuere Wege zur Behandlung der
Tic-Störungen entdeckt.
Die Autoren liefern daher nicht nur einen Überblick über
bereits bekannte Daten zu Alpha-2-Agonisten und Dopamin-Antagonisten
in der Tic-Therapie sondern gehen auch auf neue Therapie-Optionen
wie Glutamat-Modulatoren, Nicotin-Wirkstoffe, Antiandrogene, und Injektionen
von Botulinumtoxin ein. Außerdem wird ein kurzer Überblick
über die Elektrokonvulsionstherapie (ECT), die transcranielle
Magnetstimulation, die tiefe Hirnstimulation (DBS) und das Habit-Reversal-Training
gegeben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Alpha-2-Agonisten und
Dopamin-Antagonisten zusätzlich zu psychosozialen Interventionen
immer noch die Säule der Tic-Therapie darstellen. Zusätzliche
Therapie-Optionen wie Ropinirol und Pramipexol als Dopamin-Agonisten
sowie Tetrabenazin können hilfreich sein, wenn Patienten nicht
auf die primären Arzneimittel regieren. Für schwere therapieresistente
Fälle könnte eine Überweisung zu speziellen Zentren
angeraten sein, wo sie sich einer ECT, TMS oder DBS unterziehen können.