Ein begrenztes Wissen über das Tourette-Syndrom verursacht
Verzögerungen bei der Diagnose
Pediatric Department, Glostrup University Hospital, Glostrup,
Denmark
Neuropediatrics. 2008 Apr
Das Tourette-Syndrom wird charakterisiert durch das Auftreten
von Tics und wird häufig von anderen Symptomen wie
ADHS und/oder Zwangsverhalten begleitet. Die Krankheit
setzt in der Regel mit Beginn des Schuleintritts ein.
Eine rechtzeitige Diagnose ist sehr wichtig, um den Patienten
so früh wie möglich die erforderliche Unterstützung
zukommen zu lassen.
Die Autoren überprüften den Diagnoseprozess
mit Hilfe einer systematischen Befragung von 314 Kindern
mit Tourette Syndrom. Das Durchschnittsalter für
das Auftreten der Symptome lag bei 3,0 Jahren. Bei 40,1
% der Patienten waren Tics die klinisch bedeutsamen Symptome,
in den anderen Fällen war es ein begleitendes Symptom
wie ADHS, Zwangsverhalten oder Verhaltensauffälligkeiten.
Im Mittel setzten die Tics in einem Alter von 5,5 Jahren
ein. Traten neben den Tics noch andere begleitende Symptome
auf, so lag das Alter des Einsetzens früher (0-3,5
Jahre), das mittlere Alter zum Zeitpunkt der Diagnose
lag jedoch bei 8,9 Jahren. Somit beträgt die mittlere
Verzögerung vom Einsetzen der einen Arztbesuch begründenden
Symptome bis zur Diagnose 5,3 Jahre und vom Einsetzen
der Tics bis zur Diagnose 2,8 Jahre.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es bei Ärzten
und in der Öffentlichkeit einen Mangel an Informationen
gibt, was den normalen Verlauf einer Tourette Syndrom-Erkrankung
anbelangt. Als Konsequenz erfolgt die Diagnose und somit
die für die Patienten erforderliche Unterstützung
verzögert.