Eine phänomenologische Untersuchung von Frauen mit Tourette-Syndrom
und chronischen Tic-Störungen
Department of Pediatrics, Rothman Center for Neuropsychiatry, University
of South Florida College of Medicine, Saint Petersburg, FL 33701,
USA
Compr Psychiatry. 2011
Es gibt wenig Daten zu klinischen Charakteristika von Frauen mit
Tourette-Syndrom und chronischen Tic-Störungen in der Literatur
und das, was verfügbar ist, fokussiert sich meistens auf nach
Therapien suchende Individuen.
Die vorliegende Studie wurde durchgeführt, um eine phänomenologische
Charakterisierung von Tic-Störungen unter 185 betroffenen erwachsenen
Frauen zu erstellen. Sie liefert einen beschreibenden Überblick
spezifischer Tic-Symptome, Tic-Schwere, Eigenberichte zu anderen psychiatrischen
Bedingungen und Auswirkungen der Tics auf die Lebensqualität
und vergleicht außerdem 185 Frauen und 275 Männer zwischen
18 und 79 Jahre mit Tic-Störungen basierend auf Indikatoren ihres
demographischen und sozial/ökonomischen Status, psychiatrischer
Variabilitäten (Komorbidität, Familienanamnese, Symptompräsentation),
und Lebensqualität innerhalb einer nicht-klinischen Stichprobe.
Schließlich untersucht die Studie Zusammenhänge zwischen
Tic-Schwere und Beeinträchtigung bei Frauen mit Tics. 68% der
Frauen in der Stichprobe berichteten von schweren motorischen Tics
und 40% von schweren vokalen Tics.
Die Forschungsdaten lassen vermuten, dass eine beträchtliche
Anzahl erwachsener Frauen mit persistierenden Tics an psychiatrischen
Komorbiditäten und psychosozialen Konsequenzen wie schwachen
Leistungen und sozialen Problemen leiden. Die Tic-Schwere bei Frauen
kann mit Problemen im Lebensstil sowie mit Symptomen wie Depressionen
und Ängsten assoziiert sein. Solche Symptome finden sich bei
betroffenen Frauen häufiger als bei Männern.