Tourette-Syndrom
Gilbert DL, Lipps TD
Cincinnati Children's Hospital Medical Center, Division
of Neurology, USA
Curr Treat Options Neurol. 2005
Beim Tourette Syndrom handelt es sich um
eine im Kindesalter einsetzende neuropsychiatrische Erkrankung,
die durch multiple motorische und vokale Tics charakterisiert
wird, häufig begleitet von Zwanghaftigkeit, Ängsten
und Hyperaktivität.
Eine Therapie des Tourette Syndrom sollte überlegt
werden, sofern die Symptome signifikante funktionelle oder
soziale Beeinträchtigungen bzw. Schmerzen bedingen,
wie es bei selbst verletzenden Tics der Fall sein kann.
Da häufig comorbide Erkrankungen wie ADHD und Zwangserkrankungen
vorliegen, müssen Kliniker häufig in Zusammenarbeit
mit Patienten und deren Familien erarbeiten, bei welchen
Symptomen die Therapie primär ansetzen soll. Eine Behandlung
mit alpha2- adrenergen Agonisten könnte die Tics mindern
und die ADHD-Symptome verbessern. Eine wirksame Therapie
von ADHD, auch mit Stimulantien, verschlimmert die Tic-Symptomatik
in den meisten Fällen nicht.
Eine Behandlung mit selektiven Serotonin-Reuptake-Hemmern
kann Zwangssymptomatiken und Ängste mindern und sekundär
auch die Tics reduzieren. Neuroleptika und atypische Antipsychotika
können bei starken Tics eingesetzt werden doch besteht
ein signifikantes Risiko für neurologische Nebenwirkungen
und Gewichts
zunahme.
Habit-Reversal-Training (Verhaltenstherapie)
zeigt positive Tendenzen als nicht-pharmakologischer Ansatz
und die Neurostimulation konnte bei drei schwer betroffenen
Fällen eine Besserungen bringen, doch sollte sie noch
als experimentell betrachtet werden.