Anomaler Tryptophan-Metabolismus des Gehirns und klinische
Korrelationen beim Tourette-Syndrom
Carman and Ann Adams Department of Pediatrics,
Children's Hospital of Michigan, Wayne State University
School of Medicine, Detroit, Michigan
Symptome des Tourette-Syndroms haben wahrscheinlich
einen Bezug zu Anomalien multipler Transmitter-Systeme im
Bereich von Striatum, Thalamus und Cortex. Obwohl frühere
Untersuchungen anomale Gehalte an Tryptophan, Serotonin
und ihren Metaboliten im Blut, der Cerebrospinalflüssigkeit
sowie im Gehirngewebe von Tourette Syndrom-Patienten gefunden
haben, ist das Verständnis der Störungen sowie
deren Beziehungen zum klinischen Phänotyp noch unzureichend.
Die Autoren verwendeten die alpha-11.C-Methyl-L-Tryptophan
(AMT)-PET um Anomalien des Tryptophan-Metabolismus im Gehirn
sowie deren Beziehung zum Phänotyp in 26 Kindern mit
Tourette Syndrom und 9 Kontrollen zu analysieren.
Ein Vergleich der Gruppen zeigte für
Tourette Syndrom-Patienten eine verminderte AMT-Aufnahme
im dorsolateralen prefrontalen Cortex sowie bilateral eine
gesteigerte Aufnahme im Thalamus (P = 0.001). Das Verhältnis
der AMT-Aufnahme in subcorticalen Strukturen zum dorsolateralen
prefrontalen Cortex war in Tourette Syndrom -Patienten außerdem
bilateral signifikant erhöht (P < 0.01). Nach Verhalten
definierte Untergruppen innerhalb der Tourette Syndrom -Kohorte
zeigten Unterschiede bzgl der AMT-Aufnahme im fronto-striatal-thalamischen
Bereich
Die Studie zeigt zusammenfassend corticale
und subcorticale Anomalien des Tryptophan-Metabolismus bei
Tourette Syndrom auf und liefert Hinweise auf die Rolle
eines serotonergen Mechanismus für die Pathophysiologie
des Tourette Syndroms.