Zwangs-Symptomatik in Eltern von Probanden
mit Tourette-Syndrom oder Autismus-Spektrum-Störungen
Kano Y, Ohta M, Nagai Y, Pauls DL, Leckman JF.
Graduate School of Medical Sciences, Kitasato University,
Kanagawa, Japan
Psychiatry Clin Neurosci. 2004
In Patienten mit Tourette-Syndrom und Autismus-Spektrum-Störungen
(ASD) beobachtet man häufig auch Zwangssymptomatiken.
Es wird vermutet, dass genetische Faktoren sowohl bei Tourette
Syndrom als auch bei ASD eine Rolle spielen und dass Zwangserkrankungen
(OCD) eine genetische Verwandtschaft mit Tourette Syndrom
und ASD aufweisen. Das Ziel der vorliegenden Studie war
es, zu untersuchen, ob Zwangserkrankungen im Zusammenhang
mit Tourette Syndrom und ASD auch in den Eltern von Tourette
Syndrom- und ASD-Patienten zu finden sind, wenn man sie
mit gesunden Kontrollen vergleicht. Bei den untersuchten
Personen handelt es sich um Eltern von 13 Tourette Syndrom-
und 16 ASD-Probanden.
Sämtliche Eltern wurden auf Tics und
Zwangssymptome hin untersucht und führten eine Bestandsaufnahme
in Form von Maudsley Obsessional Compulsive Inventory (MOCI)
and State-Trait Anxiety Inventory (STAI) durch.
Bei der Bewertung mittels MOCI und STAI
zeigten sich zwischen den drei Gruppen keine signifikanten
Unterschiede. Jedoch war der MOCI-Score bei Vätern
von ASD-Probanden mit geringer Signifikanz höher als
in männlichen normalen Kontrollen.
Es gab jedoch keine signifikante Beziehung
zwischen OCS in Tourette Syndrom oder ASD-Probanden und OCS ihrer Eltern.
Weitere Studien zur Zwangssymptomatik mit einem dimensionalen
Ansatz innerhalb von ASD-Familien sind erforderlich.