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Vorkommen und Epidemiologie vom Gilles de la Tourette-Syndrom
Teil 1: Epidemiologie und Verbreitung

University College, London, United Kingdom; and St George's Hospital & Medical School, London, United Kingdom
J Psychosom Res. 2008 Nov

Die Verbreitung und Epidemiologie des Gilles de la Tourette-Syndroms (GTS) ist komplexer als bislang gedacht. Bis vor kurzem ging man davon aus, dass es sich um eine seltene, psychogen (verursacht durch seelische Vorgänge) vermittelte Krankheit handelt.

Die Verbreitung hängt wenigstens teilweise von der Definition des Tourette-Syndroms, der Art der Erfassung und den verwendeten epidemiologischen Methoden ab. Trotzdem kann man sagen, dass in speziellen Tourette-Syndrom-Kliniken die Mehrzahl der Tourette-Syndrom-Patienten eine familiäre Geschichte in bezug auf Tics oder GTS aufweisen. Und große mehrfach betroffene Tourette-Syndrom-Stammbäume deuten darauf hin, dass zahlreiche Familienmitglieder nicht diagnostizierte Tics oder GTS aufweisen.

Man erkannte daher, dass es sich beim Tourette-Syndrom mitnichten um eine seltene Krankheit handelt. In neuerer Zeit konnten verschiedene Studien bei Kindern im Schulalter zeigen, dass das Tourette-Syndrom bei 0.4% -3.8% der Kinder im Alter von 5-18 Jahren zu finden ist. Von 420 312 jungen Menschen, die international untersucht wurden, wurden 3989 (0.949%) mit dem Tourette-Syndrom diagnostiziert. Man geht daher davon aus, dass international gesehen ca. 1% der Jugendlichen am Tourette-Syndrom leiden.

Es gibt jedoch auch Ausnahmen. So scheint das Tourette-Syndrom bei Afroamerikanern deutlich seltener aufzutreten und kommt auch bei der afrikanischen Bevölkerung südlich der Sahara kaum vor. In allen anderen Kulturen findet man das Tourette-Syndrom, wenn auch in unterschiedlichen Häufigkeiten. Doch ist in allen Kulturen die Phänomenologie übereinstimmend, so dass man von biologischen Ursachen ausgehen kann.


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