Auswirkungen comorbider Tics auf eine klinisch
bedeutungsvolle Reaktion auf eine 8-wöchige Studie
zu Fluoxetin bei Zwangserkrankungen
Deutsche Übersetzung:
Department of Psychiatry, University of Florida College
of Medicine, United States
J. Psychiatr Res. 2007 Apr
Bislang gibt es nur wenige publizierte
Daten zur Bewertung von Tics nach einer Behandlung von Zwangserkrankungen
(OCD) mit einer Monotherapie mit Serotonin-Reuptake-Hemmern
(SRI). Eine retrospektive fall-kontrollierte Analyse von
OCD-Patienten, die mit einer SRI-Monotherapie behandelt
worden waren, zeigte eine geringere Besserung der OCD-Symptomatik
in Patienten mit Tics als in solchen ohne Tics.
Eine neuere Studie mit OCD-Patienten konnte
dies jedoch nicht bestätigen. Das spezifische Ziel
der vorliegenden Studie war es daher, zu hinterfragen, ob
das Vorhandensein comorbider chronischer Tics die deutliche
Besserung von OCD-Symptomen nach Monotherapie mit Fluoxetin
in einer 8-wöchigen Studie beeinflusst. 74 erwachsenen
Personen (13 Patienten mit comorbiden Tics und 61 Patienten
ohne Tics) mit einer OCD-Diagnose wurden mit bis zu 40 mg
Fluoxetin über 8 Wochen behandelt und wurden danach
wenigstens einmal untersucht.
Die Ergebnisse zeigten, dass es eine signifikante
Reaktion auf Fluoxetin sowohl bei den Patienten mit als
auch ohne Tics gab. Außerdem gab es 3 (23.0%) OCD-Patienten
mit Tics, die klinisch bedeutsame Verbesserungen zeigten
im Vergleich zu 16 (26.2%) OCD-Patienten ohne Tics mit ähnlichem
Ausmaß der Verbesserungen der Symptomatik. Diese Befunde
zeigen, dass OCD-Patienten mit oder ohne chronische Tics
keine unterschiedliche Reaktion auf eine 8-wöchige
Therapie mit Fluoxetin zeigen. Grenzen der Studie sind die
geringe Anzahl an Patienten und der Open-label-Charakter
der Studie. Zusätzliche Daten sind erforderlich, um
der Frage nachzugehen, wie comorbide Tics eine Reaktion
auf SRI-Therapien bei OCD beeinflussen