Nikotin hilft, die
Symptome des Tourette-Syndroms in Kindern und Jugendlichen
zu mindern
University of South Florida 2001
Eine Studie der Universität in Südflorida
fand heraus, dass Nikotin-pflaster in der Lage sind, die
Wirksamkeit von Medikamenten zur Minderung der Symptome
des Tourette-Syndroms zu steigern, selbst wenn die Dosis
der Medikation halbiert wurde. Die Doppel-Blind-Studie,
die im Journal of Clinical Psychiatry publiziert wurde ,
wurde vom “National Institute of Neurological Disorders
and Stroke and the Tourette's Syndrome Association of America“
gefördert.
Die Studie zeigt, dass bereits
ein niedrig
dosiertes Nikotinpflaster vor allem zur Behandlung motorischer
Tics in Kindern hilfreich ist. Dabei konnte sogar die verabreichte
Dosis an Haloperidol deutlich gesenkt werden. Ärzte
behandeln das Tourette-Syndrom in der Regel mit Haloperidol
oder anderen Medikamenten einer ähnlichen Klasse, wirksamen
Tranquilizern, die helfen, die Symptome zu kontrollieren
aber häufig auch die Motorik verlangsamen und die geistigen
Fähigkeiten mindern.
Die Studie basierte auf der Erkenntnis,
dass chemisches Nikotin, getrennt von den Zusatzstoffen
des Tabaks bei neuropsychia-trischen Erkrankungen einen
positiven Effekt zeigen kann. Die Forscher beobachteten
70 Tourette Syndrom-Patienten im Alter von 8-18 Jahren,
die Haldol und ein tägliches 7 mg Nikotinpflaster bekamen,
ähnlich dem, das Raucher zur Abgewöhnung verwenden.
Das Nikotin des Pflasters wird durch die Haut aufgenommen
und erreicht den maximalen Wert im Blut nach ca. 3 Stunden,
wesentlich langsamer als nach dem Rauchen einer Zigarette.
Die Hälfte der Kinder bekam richtige Nikotinpflaster
und die andere Hälfte Placebos. In der Gruppe der Nikotinpflaster
wurde die Schwere und Frequenz der Tics deutlich gemindert,
auch wenn die Haldol-Dosis halbiert wurde. Auch nach einer
Entfernung der Pflaster für 2 Wochen zeigten die Patienten,
die zuvor Nikotinpflaster erhalten hatten eine bessere Symptom-Kontrolle
mit niedrigen Haldol-Dosen. Es gab keine Anzei-chen einer
Nikotinabhängigkeit, doch kam es durch die Nikotin-pflaster
zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, so dass eine dauerhafte
Anwendung der Nikotinpflaster nicht in Frage kommt, wohl
aber eine gelegentliche als zusätzliche Therapie bei
Patienten, die mit Standard-Medikamenten ihre Tics nicht
kontrollieren können.
Die Forscher kennen nicht die genaue Wirkung
des Nikotins, doch gehen sie davon aus, dass ein spezieller
Nikotin-Rezeptor, der im Gehirn von Tourette Syndrom-Patienten
eine Rolle spielt, abgeschaltet wird.