Eine Transplantation neuraler Stammzellen aus Ratten reduziert
in Ratten das stereotypische Verhalten nach intrastriataler
Mikroinfusion von Tourette-Syndrom-Seren
Deutsche Übersetzung:
Department of Pediatrics, Qilu Hospital of Shandong University,
Jinan, Shandong 250012, China.
Behav Brain Res. 2007
Beim Tourette Syndrom handelt es sich um
eine neuropsychiatrische Erkrankung. Häufig lassen
sich die Tics durch Verhaltenstherapie oder medikamentös
behandeln. Einige Patienten werden jedoch ihr leben lang
durch die Tics beeinträchtigt und es kann gelegentlich
zu lebensbedrohlichen Symptomen kommen, die sich durch herkömmliche
Therapien nicht behandeln lassen. Neurale Stammzellen sind
eine Therapieoption für bestimmte neurologische Erkrankungen.
Die Autoren planen daher, Tourette Syndrom
-Patienten mit einer Transplantation von neuralen Stammzellen
zu therapieren und diskutieren die mögliche Effektivität
dieser Therapieform. Zu diesem Zweck erhielten Wistar-Ratten
eine Mikroinfusion von Tourette Syndrom Seren in das Striatum
und anschließend erfolgte an der Infusionsstelle eine
Transplantation mit neuralen Stammzellen. Die Seren der
Tourette Syndrom-Patienten hatten zuvor eine erhöhte
Konzentration an antineuralen Antikörpern gezeigt.
Vor der Transplantation waren die embryonalen neuralen Stammzellen
aus Ratten für 24 h mit 5-Bormdeoxyuridin kultiviert
worden. Das stereotype Verhalten wurde 1, 7, 14 und 21 Tage
nach der Transplantation der Zellen bewertet. Eine morphologische
Untersuchung konnte zeigen, dass die neuralen Stammzellen
überlebt hatten und sich 3 Wochen nach der Transplantation
im Striatum in Neurone und Astrozyten differenziert hatten.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass die übertragenen embryonalen neuralen Stammzellen
aus Ratten erfolgreich überlebten, sich differenzierten
und somit helfen könnten, das stereotype Verhalten
von Tourette Syndrom -Patienten zu mindern. Die Versuche
lassen vermuten, dass eine Transplantation neuraler Stammzellen
in das Striatum möglicherweise eine Therapie für
Tourette Syndrom-Patienten darstellen könnte.