Streptokokkeninfektionen und Verschlechterungen von Tic-Erkrankungen
bei Kindern und Zwangserkrankungen
University of Rochester School of Medicine,
Mt Hope Professional Building, 1351 Mt Hope Ave, Suite 100,
Rochester, NY 14620, USA.
Pediatrics. 2008 Jun
Wenn man davon ausgeht, dass neuropsychiatrische
Autoimmun-Erkrankungen bei Kindern eine klinische Einheit
darstellen, so stellen die Autoren die Hypothese auf, dass
es bei Kindern, auf die die diagnostischen Kriterien zutreffen,
in Zusammenhang mit einer Infektion mit beta hämolysierenden
Streptokokken eher zu einer klinischen Verschlechterung
kommt, als bei Kontrollen (Kinder mit chronischen Tic-Störungen
und/oder Zwangserkrankungen ohne Kopplung an Streptokokken-Infektionen).
Die Studie beinhaltete 40 gemischte Pädiatrie-Patienten
mit neuropsychiatrischen Autoimmun-Erkrankungen in Zusammenhang
mit Streptokokken-Infektionen, die über 2 Jahre hinsichtlich
klinischer Symptome und beta-hämolysierender Streptokokken
untersucht wurden. Zusätzliche Untersuchungen erfolgten
bei einer Verschlechterung der Symptome. Dabei kannte das
Laborpersonal nicht die Ergebnisse der klinischen Untersuchungen
und umgekehrt. Es zeigte sich, dass die betroffenen Patienten
eine stärkere Infektionsrate mit Streptokokken und
eine hören Rate an klinischen Verschlechterungen aufwiesen
als die Kontrollen. Jedoch standen nur 5 von 64 Verschlechterungen
in direktem zeitlichem Zusammenhang (innerhalb von 4 Wochen)
mit Streptokokkeninfektionen.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass Patienten auf die die Diagnose einer pädiatrischen
neuropsychologischen Autoimmun-Erkrankung in Zusammenhang
mit Streptokokken-Infektionen zutrifft, zu einer Untergruppe
von Patienten mit chronischen Tic-Störungen und Zwangserkrankungen
gehören, bei denen eine Streptokokken-Infektion zu
einer Symptomverschlechterung führen kann.
Beta-hämolysierende Streptokokken
der Gruppe A scheinen jedoch nicht der einzige oder der
häufigste vorangehende Event in Zusammenhang mit einer
Verschlechterung der Symptome bei diesen Patienten zu sein.
Zusätzliche Studien sind nötig, um abzuklären,
ob es klinische oder wissenschaftliche Hinweise darauf gibt,
dass man einzelne Untergruppen von Patienten mit Tourette Syndrom oder
OCD herausfiltern kann, je nachdem welche Ereignisse Symptome
auslösen.