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Streptokokken-Infektionen, Tourette Syndrome und OCD (Zwangserkrankungen)
Gibt es eine Verbindung?

University College London (A.S.), Institute of Neurology, Royal Free Campus, London; Department of Social Medicine (R.G., C.M., Y.B.-S.), University of Bristol; Institute of Cell and Molecular Science (G.G.), Barts and The London School of Medicine and Dentistry, London; and UCLMS Department of Mental Health Sciences (M.M.R.), London, UK
Neurology. 2009

Hintergrund: Bereits früher wurde ein Zusammenhang zwischen Streptokokken-Infektionen und neuropsychiatrischen Erkrankungen bei Kindern postuliert. Das Ziel der vorliegenden Studie war es, dieses vermehrte Vorkommen von Streptokokkeninfektionen vor dem Einsetzen neuropsychiatrischer Erkrankungen zu untersuchen. Die Studie basiert auf Datenbank-Daten, die die Häufigkeit von Streptokokken-Infektionen in Patienten (2-25 Jahre alt) mit Zwangserkrankungen (OCD), Tourette-Syndrom und Tics mit denen in gesunden Personen, die in Bezug auf Alter und Geschlecht gemischt waren, vergleicht. Die Autoren analysierten außerdem den Einfluss soziodemographischer Faktoren.

Bei Patienten mit OCD, Tics oder Tourette fand sich kein allgemein erhöhtes Risiko für Streptokokken-Infektionen vor dem Beginn der Krankheit. Eine Analyse der Untergruppen zeigte, dass Patienten mit OCD ein leicht erhöhtes Risiko im Vergleich zu Kontrollen zeigten, dass sie in den 2 Jahren vor dem Einsetzen des OCDs an Streptokokken erkrankt waren, ohne mit Antibiotika behandelt worden zu sein. (Odds ratio 2.59, 95% Vertrauensinterval 1.18, 5.69; p = 0.02). Fälle mit Tourette-Syndrom oder Tics zeigten keine höhere Wahrscheinlichkeit in Städten, doch zeigten sie ein häufigeres Vorkommen in Gebieten mit vorwiegend weißer Bevölkerung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die vorliegende Studie die Hypothese eines starken Zusammenhangs zwischen Streptokokkeninfektionen und neuropsychiatrischen Erkrankungen wie OCD, Tourette-Syndrom oder Tics nicht unterstützt.

Trotzdem ist es möglich, dass ein leichter Zusammenhang (oder eine starke Assoziation in einer kleinen empfänglichen Subpopulation) auf Grund statistischer Grenzen nicht entdeckt wurde. Die Daten stimmen mit früheren Berichten eines vermehrten Auftretens von Tourette-Syndrom oder Tics bei weißer Bevölkerung überein.

 

 


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