Tourette und Schwerbehinderung

Die einzelnen Versorgungsämter im Bundesgebiet müssen bei der Bewertung der Tic-Störung bzw. des Tourette Syndroms den Grad der Behinderung in Analogie zu vergleichbaren Gesundheitsstörungen beurteilen,  da alle Tic-Störungen nach dem ICD 95.0 – 95.2 in der Versorgungsmedizin-Verordnung” (VersMedV) nicht aufgeführt sind.

Derartige Feststellungen müssen die mit der VersMedV besonders erfahrenen Versorgungsärzte treffen.

Beim Tourette Syndrom kommen je nach Ausprägung, Verlaufsform und therapeutischer Beeinflussbarkeit GdB-Werte bis 100 in Frage. Im Kindesalter sind die Voraussetzungen für das Ausgleichsmerkmal „H“ in der Regel bis zum 16. Lebensjahr gegeben.
Kinder profitieren in der Regel von einem Schwerbehindertenausweis (SBA) durch die Gewährung verschiedener Nachteilsausgleiche, u. a. durch die Integrations- bzw. Jugendämter.

Worin besteht der Unterschied zwischen Behinderung und Schwerbehinderung?

Nach dem Sozialgesetzbuch IX wird als schwerbehindert bezeichnet, wem mindestens ein GdB (Grad der Behinderung) von 50 zugesprochen wurde (§ 2 Abs. 2 SGB IX).
Als behindert wird eine Person bezeichnet, wer einen GdB von 20, 30 oder 40 hat (§ 69 Abs. 1 SGB IX).
Liegt eine Behinderung mit einem Grad von 30 oder 40 vor, kann die Person unter bestimmten Voraussetzungen einem Schwerbehinderten gleichgestellt werden (§ 2 Abs. 3 SGB IX).

In der Umgangssprache wird der Grad der Behinderung (GdB) überwiegend mit Prozent bezeichnet.

Der GdB wird (nur) in 10er-Graden festgestellt.

In der “Anlage zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung” (VersMedV) ist für viele Krankheiten der GdB aufgeführt.
-> Anlage zu § 2 VersMedV

Diese Anlage zu § 2 Vers-MedV ist folgendermaßen gegliedert:

Teil A: Allgemeine Grundsätze

Teil B: GdS-Tabelle
Der Grad der Schädigung (GdS) ist identisch mit dem Grad der Behinderung (GdB).
1. Allgemeine Hinweise zur GdS-Tabelle
2. Kopf und Gesicht
3. Nervensystem und Psyche
4. Sehorgan
5. Hör- und Gleichgewichtsorgan
6. Nase
7. Mundhöhle, Rachenraum oder obere Luftwege
8. Brustkorb, tiefere Atemwege und Lunge
9. Herz und Kreislauf
10. Verdauungsorgane
11. Brüche (Hernien)
12. Harnorgane
13. Männliche Geschlechtsorgane
14. Weibliche Geschlechtsorgane
15. Stoffwechsel, innere Sekretion
16. Blut, blutbildende Organe, Immunsystem
17. Haut
18. Haltungs- und Bewegungsorgane, rheumatische Krankheiten
Den GdB finden Sie hier: http://www.gesetze-im-internet.de/versmedv/BJNR241200008.html

Teil C: Begutachtung im sozialen Entschädigungsrecht

Teil D: Merkzeichen
G = Erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit
B = Berechtigung der Mitnahme einer Begleitperson
aG = Außergewöhnliche Gehbehinderung
GI = Gehörlosigkeit

Weitere Merkzeichen, die nicht in der “Anlage zu § 2 VersMedV” aufgeführt werden, sind:
H = Hilflosigkeit
Bl = Blindheit
RF = Ermäßigung von der Rundfunkbeitragspflicht


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