Tic-Störungen

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Tic-Störungen gehören zu den neurologisch-psychiatrischen Erkrankungen.
Die Ursache für Tics sind vermutlich Stoffwechselstörungen im Gehirn.

Das überwiegende Symptom bei Tic-Störungen sind Tics, kommen aber auch bei anderen Erkrankungen vor.

Nicht selten werden die Tics durch die Reaktionen der Umwelt (Familie, Schule, Beruf, Öffentlichkeit) ein Problem. So kann ein Leidensdruck besonders durch Hänseleien entstehen, aber auch durch wiederholte Aufforderungen des Umfeldes, die Tics zu unterlassen.

Eine frühzeitige Diagnostik und Therapie durch einen mit Tic-Störungen vertrauten Kinder- und Jugendpsychiater bzw. einem Neurologen wird in der Regel als Entlastung und Hilfe empfunden.

Für die Betroffenen ist es wichtig, die Lebensqualität zu fördern und sozialen Rückzug sowie Isolation zu vermeiden.

Charakteristisch für alle Tic-Störungen sind so genannte Tics. Tics sind in der Kindheit häufig, meist ist das auffällige Verhalten jedoch nur vorübergehend (transiente Tic-Störung).

Als Tics bezeichnet man unwillkürliche, plötzlich einsetzende und wiederholt auftretende Zuckungen oder Lautäußerungen, die von den Patienten als unvermeidbar empfunden werden, jedoch zeitweise unterdrückt werden können.

Je nach Art und Dauer der Tics wird unterschieden in:

  • Transiente Tic-Störung
  • Chronische motorische oder vokale Tic-Störung
  • Kombinierte vokale und multiple motorische Tic-Störung, bekannt als Tourette-Syndrom

Das Tourette-Syndrom ist bei den Betroffenen sehr unterschiedlich ausgeprägt. So gibt es Betroffene, die zwar motorische als auch vokale Tics haben, jedoch nicht darunter leiden, weil diese Tics weniger stark ausgeprägt sind und nicht sozial auffällig sind.
Andere Betroffene haben sehr viele, stark ausgeprägte Tics, die ihre Lebensqualität sehr einschränken können.

Die Krankheit – Tourette-Syndrom – war bereits im Jahr 1825 bekannt und wurde von Itard, einem französischen Arzt und Pädagogen (1774-1838), erstmals in der medizinischen Literatur erwähnt. Itard beschrieb das auffällige Verhalten der Marquise de Dampierre, die im Alter von sieben Jahren merkwürdige Bewegungen, eigenartige Lautäußerungen sowie obszöne Äußerungen zeigte.

60 Jahre später veröffentlichte der Neurologe, Georges Gilles De La Tourette eine Studie, in der die Erkrankung der Marquise de Dampierre und acht weitere Fälle beschrieben werden.
Die Originalstudie erschien in französischer Sprache unter dem Titel:
Étude sur une affection nerveuse caracterisée par l’incoordination motrice accompagnée d’écholalie et de coprolalie de la Neurologie, paris 9, 1885, 19-42 et 158-200

Dr. Tourette bezeichnete das Nervenleiden, welches durch motorische Inkoordination in Begleitung von Echolalie und Koprolalie gekennzeichnet ist, als die „Maledie des Tics“.

Durch diesen außergewöhnlichen Menschen und Neurologen wurde das nach ihm benannte Gilles De La Tourette Syndrom auf der ganzen Welt bekannt.

Hermann Krämer, Jahrgang 1956, lebt seit dem 12. Lebensjahr mit dem Tourette-Syndrom, hat sich intensiv mit dem Leben von Gilles de la Tourette beschäftigt und die Biografie in mühevoller Arbeit aus den unterschiedlichsten Quellen zusammengetragen. Herzlichen Dank an Hermann Krämer für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung!

Die Biografie steht Ihnen als Download zur Verfügung. Download Biografie